Spinnrad und Butterfass

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Spinnrad mit separatem Rocken, 1887, Butterfass, ohne Jahr

Museumsbesucherin, 63 Jahre

Fällt Ihnen dazu eine persönliche Geschichte oder eine Erinnerung ein?

Ich habe einen westfälisch-bäuerlichen Familienhintergrund. Mein Großvater (Jahrgang 1874) hat auf dem im Haus befindlichen Webstuhl Leinen selbst gewoben (Flachs -> Lein). Von ihm gewobene Leinenbetttücher sind noch in meinem Besitz. Die gebrochene Flachsfaser musste versponnen werden, genau wie Wolle. Das war die abendliche „Freizeitbeschäftigung“ der Frauen. Meine Mutter (Jahrgang 1925) war eine gute Spinnerin. Vor etlichen Jahren waren wir in einer Heimatausstellung, wo man sich am Spinnrad erproben konnte. Meine Mutter hat mit ihrer Fingerfertigkeit alle beeindruckt! Vom Buttern und Käsen weiß ich auch von meiner Mutter. Das Butterfass hieß im Dialekt „Kirndöppe“. Butter war nur mit Körperkraft herzustellen, war eine schweißtreibende Angelegenheit (wie übrigens auch Sahneschlagen bevor es Mixer gab). Die gebrochene Flachsfaser habe  Erinnerungen an das Märchen „Dornröschen“.

Hat das Objekt Sie dazu angeregt, über Ihren ­Konsum nachzudenken?
Nein. Was ich brauche, habe ich. Unnötiges anzusammeln, ist für mich nicht lustvoll. Beziehungen und Werte finde ich wichtiger als Sachen. Bei „Was ist mir wichtig“ hätte ich mir ein paar ideellere Stichworte gewünscht, zum Beispiel Politik, Philosophie, Religion …